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Landschaftsplanung- und gestaltung - Ressort 70.2

Startfoto ULB702Unser Hauptanliegen ist die Erhaltung der Lebensgrundlagen der Menschen - die langfristige Sicherung von natürlichen Ressourcen. Wichtige Bestandteile dieser Daseinsvorsorge sind, neben dem Schutz des Wassers und des Bodens, der Erhalt der natürlichen Artenvielfalt der Tier- und Pflanzenwelt. In dem dicht besiedelten Raum zwischen Emscher und Lippe gilt es zudem, den Freiraum in seiner natürlichen und gestalteten Vielfalt als Erholungsraum des Menschen zu sichern und zu entwickeln.

Instrumente zum Erhalt und zur Entwicklung von Natur und Landschaft

Die Landschaftsplanung fasst zentrale Instrumente zum umfassenden Erhalt und zur nachhaltigen Entwicklung der Landschaft zusammen. Ein Landschaftsplan liefert vor allem flächendeckende Konzepte zur langfristigen Entwicklung des „Außenbereiches“. Mit Entwicklungszielen beschreibt ein Landschaftsplan die Grundzüge der zukünftigen Landschaftsentwicklung – mit der Festsetzung der besonders wertvollen Teile von Natur und Landschaft - z.B. Naturschutzgebieten - stellt er die wesentlichen Naturräume unter Schutz – und setzt weiterhin die Maßnahmen fest, mithilfe derer diese Naturräume gepflegt und entwickelt werden.

Die Instrumente der weiteren Landschaftsgestaltung sind vielfältig und bieten Möglichkeiten, die Vorgaben der Landschaftsplanung umzusetzen. Auf vertraglicher Basis mit Grundstückseigentümern können Pflege- oder Gestaltungsmaßnahmen innerhalb und außerhalb von Schutzgebieten durchgeführt werden. Zur nachhaltigen Entwicklung der Schutzgebiete und Naturdenkmale im Kreisgebiet werden die notwendigen Schutz- und Pflegemaßnahmen geplant, koordiniert und kontrolliert.

Der Vertragsnaturschutz verfolgt das Ziel, durch Extensivierung der Flächenbewirtschaftung auf freiwilliger Basis einen Beitrag zur Erhaltung, Entwicklung und Pflege der Lebensgrundlagen von gefährdeten Tier- und Pflanzenarten zu leisten. Kerninhalt ist die Erhaltung der Kulturlandschaft durch Natur- und Umweltschutz bei gleichzeitiger Sicherung der landwirtschaftlichen Existenzen.

Landschaftsplanung

LPalgNatur und Landschaft unterliegen den immer vielfältiger werdenden Einflüssen verschiedenster Nutzungen im Raum. Da sich diese in ständigem Wandel befinden und um den aktuellen Herausforderungen des Natur- und Artenschutzes gerecht zu werden, bedarf es der Landschaftsplanung. Sie dient der Verwirklichung der Ziele und Grundsätze des Naturschutzes und der Landschaftspflege und formuliert die örtlichen Erfordernisse und Maßnahmen unter Beachtung aller ökonomischen und ökologischen Belange.

 

Wie im Naturschutzgesetz des Landes NRW beschrieben, obliegt es den Kreisen und kreisfreien Städten für ihren baulichen Außenbereich Landschaftspläne aufzustellen und als Satzung zu beschließen.

Landschaftspläne

Freiraumentwicklungskonzept des Kreises Recklinghausen

Naturschutzgebiete

NaturschutzgebietEin Landschaftsbereich wird nach § 23 BNatSchG per Verordnung als Naturschutzgebiet (NSG) festgesetzt, wenn dies erforderlich ist :

1. zur Erhaltung von Lebensgemeinschaften oder Biotopen bestimmter wildlebender Tier- und    Pflanzenarten

2. aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen, landeskundlichen oder erdgeschichtlichen Gründen oder

3. wegen der Seltenheit, besonderen Eigenart oder hervorragenden Schönheit einer Fläche oder eines Landschaftsbestandteils.

Die Festsetzung dieser strikten Schutzkategorie kann auch zur Herstellung oder Wiederherstellung einer Lebensgemeinschaft oder Lebensstätte getroffen werden.

In Naturschutzgebieten sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung des geschützten Gebietes, seiner Bestandteile oder zu einer nachhaltigen Störung führen können. Soweit es der Schutzzweck erlaubt, ist es möglich, Naturschutzgebiete für sportliche Zwecke zugänglich zu machen. Die jeweiligen NSG-Verordnungen können außerdem Verhaltensregeln für Erholungssuchende festsetzen.

Informationen über Naturschutzgebiete bzw. die jeweils geltenden Bestimmungen sind bei der Unteren Naturschutzbehörde (Kreisverwaltung oder Stadtverwaltung bei kreisfreier Stadt) erhältlich.

Im Kreis Recklinghausen sind zurzeit 76 Naturschutzgebiete ausgewiesen, die insgesamt rund 8,9% seiner Fläche einnehmen.

 

Liste der Naturschutzgebiete

 

Naturschutzgebiet "Westruper Heide" / Westruper Heide auf neuen Wegen

Naturschutzgebiet "Die Burg"

Naturschutzgebiet "Lippeaue"

Naturschutzgebiet "Bachsystem des Wienbaches"

Naturschutzgebiet "Becklemer Busch"

Naturschutzgebiet "Hertener Schlosswald"

Naturschutzgebiet "Holtwicker Wachholderheide"

Naturschutzgebiet "Langeloh"

Naturschutzgebiet "Schultendille", "Weißes Venn und Geisheide", "Borkenberge"

 

Landschaftsschutzgebiete

Nach § 26 Bundesnaturschutzgesetz werden Landschaftsschutzgebiete ausgewiesen

  1. zur Erhaltung oder Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes oder der Nutzungsfähigkeit der Naturgüter,
  2. wegen der Vielfalt, Eigenart oder Schönheit des Landschaftsbildes oder
  3. wegen ihrer besonderen Bedeutung für die Erholung.


Aufgrund seiner Lage am Rande des Ballungsraumes Ruhrgebiet trägt der Kreis Recklinghausen eine besondere Verantwortung für den Erhalt von Natur und Landschaft. Seine Grünland- und Ackerfluren, Wälder, Hecken, Baumreihen und Gewässer übernehmen Funktionen als ökologische Ausgleichsräume für eine stark beanspruchte Industrieregion. Sie bieten Rückzugs- und Lebensräume für Tiere und Pflanzen und sind für die Menschen unverzichtbare Lebensgrundlagen und Erholungsräume, die der nachhaltigen Sicherung bedürfen.

Dieser besonderen Verantwortung haben die Naturschutzbehörden beim Kreis Recklinghausen und bei der Bezirksregierung Münster Rechnung getragen und große Teile der unbesiedelten Landschaft als Landschaftsschutzgebiete ausgewiesen bzw. festgesetzt. So gibt es im Kreis Recklinghausen zurzeit 108 Landschaftsschutzgebiete, die insgesamt ca. 2/3 der Kreisfläche umfassen.

Mit der Ausweisung sind Regelungen verbunden, die den Schutz der Landschaft für Tiere, Pflanzen und Menschen gewährleisten sollen. Pflege und Optimierung erfolgen im Gegensatz zu den sonstigen Schutzfestsetzungen aufgrund des Landschaftsschutzes nicht.

In Landschaftsschutzgebieten besteht dagegen das Ziel, den Gesamtcharakter der Landschaft und die Funktionen für Natur und Landschaft zu erhalten. Deshalb sind hier die ordnungsgemäße land- und forstwirtschaftliche Nutzung sowie die ruhige, landschaftsbezogene Erholung weiterhin möglich.

Im Einzelnen sind die in Landschaftsschutzgebieten festgelegten Verbote und die von diesen Verboten unberührten Tätigkeiten in der Landschaftsschutzverordnung (LaSchVO) und den Landschaftsplänen des Kreises Recklinghausen festgelegt. Die Untere Landschaftsbehörde kann von den Verboten unter bestimmten Voraussetzungen Ausnahmen bzw. Befreiungen erteilen.

Eine Liste der aktuellen Landschaftsschutzgebiet im Kreis Recklinghausen finden Sie hier.

 

Verordnungstext der LaSchVO

Die Textfassung der Landschaftsschutzgebietsverordnung, vom 8.11.2012, finden Sie hier.

Die Textfassung zur ersten Änderung der Landschaftsschutzgebietsverordnung vom 23.3.2017, finden Sie hier.


 Zu den einzelnen Schutzgebieten gibt es im Anhang der Verordnung auch eine Beschreibung der einzelnen Schutzgebiete.

Karten der LaSchVO

 Die einzelnen Karten sowie eine Übersichtskarte der LaSchVO finden Sie hier nachfolgend:

Übersichtskarte
Detailkarte 1
Detailkarte 2
Detailkarte 3
Detailkarte 4
Detailkarte 5
Detailkarte 6
Detailkarte 7
Detailkarte 8
Detailkarte 9
Detailkarte 10
Detailkarte 11
Detailkarte 12

Hinweis: Mit der Rechtskraft des Landschaftsplanes Haltern (14.7.2016) sind die Landschaftsschutzgebiete im Geltungsbereich des Landschaftsplanes außer Kraft getreten.

Geschütze Landschaftsbestandteile


Auch Landschaftselemente wie Heckensysteme, Baumgruppen und Geländestufen können zur Sicherstellung der Leistungsfähigkeit des Naturhaushalts, Belebung, Gliederung oder Pflege des Orts- und Landschaftsbildes oder Abwehr schädlicher Einwirkungen als Geschützte Landschaftsbestandteile nach § 29 Bundesnaturschutzgesetz festgesetzt werden.

Der Schutz kann sich in bestimmten Gebieten auf den gesamten Bestand an Bäumen, Hecken oder anderen Landschaftsbestandteilen erstrecken.

Im Kreis Recklinghausen sind insgesamt 97 Geschützte Landschaftsbestandteile festgesetzt. Der überwiegende Teil der nach § 29 BNatSchG geschützten Landschaftsbestandteile liegt in rechtskräftigen Landschaftsplänen. Alle übrigen sind jeweils über eine Verordnung der Bezirksregierung Münster ausgewiesen.

Das Naturschutzgesetz in Nordrhein-Westfalen legt zudem fest, dass alle Anpflanzungen außerhalb des Waldes und im baulichen Aussenbereich, die mit öffentlichen Mitteln gefördert wurden sowie alle Wallhecken gesetzlich geschützte Landschaftsbestandteile sind.

Hier finden Sie eine Liste aller geschützten Landschaftsbestandteile im Kreis Recklinghausen

Naturdenkmale

Naturdenklmal nr 9Naturdenkmäler
Nach § 28 des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatschG) können Naturdenkmäler als Einzelschöpfungen der Natur oder entsprechende Flächen bis 5 ha festgesetzt werden, soweit ihr besonderer Schutz aus:


a.) wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen, landeskundlichen oder erdgeschichtlichen Gründen oder
b.) wegen ihrer Seltenheit, Eigenart oder Schönheit erforderlich ist.


Der Kreis Recklinghausen hat in den Landschaftsplänen und in zwei Verordnungen insgesamt 114 Naturdenkmäler unter Schutz gestellt, davon 21 Findlinge (Steine, Hagelkreuz) und 93 Bäume oder Baumgruppen.


Diese Naturdenkmäler werden durch den Kreis Recklinghausen regelmäßig kontrolliert und im Bedarfsfall gepflegt.


Die Beseitigung eines Naturdenkmals sowie alle Handlungen, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung eines Naturdenkmals führen können, sind verboten.

 

Kartenansicht Naturdenkmäler:

Geodatenportal

Regioplaner NRW

Geschützte Biotope nach § 30 BNatSchG

Biotop 62erDer § 30 des BNatSchG (Bundesnaturschutzgesetz) untersagt Maßnahmen und Handlungen, die zu einer erheblichen oder nachhaltigen Beeinträchtigung oder zu einer Zerstörung folgender Lebensräume bzw. Biotope führen können: 

 

 

 

 

 

  1. Natürliche oder naturnahe unverbaute Bereiche fließender und stehender Binnengewässer einschließlich ihrer Ufer und der dazugehörigen uferbegleitenden natürlichen oder naturnahen Vegetation sowie ihrer natürlichen oder naturnahen Verlandungsbereiche, Altarme und regelmäßig überschwemmten Bereiche,
  2. Moore, Sümpfe, Röhrichte, seggen- und binsenreiche Nasswiesen, Quellbereiche, Binnenlandsalzstellen,
  3. offene Binnendünen, natürliche Felsbildungen, offene natürliche Block-, Schutt- und Geröllhalden, Lehm- und Lösswände, Zwergstrauch-, Ginster- und Wacholderheiden, Borstgrasrasen, artenreiche Magerwiesen und -weiden, Trockenrasen, natürliche Schwermetallrasen, Wälder und Gebüsche trockenwarmer Standorte,
  4. Bruch-, Sumpf- und Auwälder, Schlucht-Blockhalden und Hangschuttwälder.
      
    Diese Biotope sind damit per Gesetz geschützt, d.h. es muss zu ihrem Erhalt nicht unbedingt eine Schutzgebietsausweisung als Naturschutzgebiet erfolgen. 

    Im Kreis Recklinghausen liegen derzeitig 500 kartierte Biotope mit einer Gesamtfläche von etwa 700 ha. Die größte zusammenhängende Biotopfläche mit 42 ha liegt in der Westruper Heide, die kleinste, ein stehendes Gewässer von 77 qm, in Haltern.
    Das Landschaftsgesetz NRW verpflichtet die Unteren Naturschutzbehörden, die Eigentümer von Biotopen über die Abgrenzungen und Inhalte der Kartierungen zu informieren und ihnen die Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben.
    Dieses Informationsverfahren hat der Kreis Recklinghausen weitgehend abgeschlossen. Seit Februar 2008 sind nahezu alle kartierten Biotope gesetzlich geschützt. Nachmeldungen und Neukartierungen von geschützten Biotopen im Laufe der zurückliegenden Monate bedingen eine Fortsetzung des Informationsverfahrens. Die betroffenen Eigentümer werden im Laufe diesen Jahres über die Abgrenzung und die inhaltliche Beschreibung der derzeit etwa 40 "neuen" Biotope informiert. 
    Alle Daten und Abgrenzungen der geschützten Biotope finden Sie auf den Seiten des LANUV, wenn Sie dem Link unten auf der Seite folgen. 
    Parallel dazu erhalten Sie bei uns auch Auskünfte über Biotope, die nicht durch den § 30 des BNatSchG streng geschützt werden. Diese sind im Biotopkataster des LANUV erfasst. 
     
    Eine interaktive Kartenanwendung bietet zu diesem Thema das Landesamt für Natur-, Umwelt- und Verbraucherschutz (LANUV) an.
    Weitere Informationen zu gesetzlich geschützten Biotopen erhalten Sie bei uns oder, bezogen auf die Biotope in Ihrem Wohnort, auch bei Ihrer Stadtverwaltung.

Vertragsnaturschutz

Der Vertragsnaturschutz verfolgt das Ziel, durch Extensivierung der Flächenbewirtschaftung auf freiwilliger Basis einen Beitrag zur Erhaltung, Entwicklung und Pflege der Lebensgrundlagen von gefährdeten Tier- und Pflanzenarten zu leisten. Kerninhalt ist die Erhaltung der Kulturlandschaft durch Natur- und Umweltschutz bei gleichzeitiger Sicherung der landwirtschaftlichen Existenzen. 

Der Kreis Recklinghausen hat ab dem 1. Juli 2000 die Zuständigkeit für die ehemaligen Landesprogramme des Vertragsnaturschutzes übernommen und diese ins Kulturlandschaftsprogramm des Kreises Recklinghausen integriert. Im Anhang 1 befinden sich die Bewirtschaftungspakete. Der Anhang 2 zeigt Kombinationsmöglichkeiten bei der Förderung. 
 
Auf der Seite des LANUV sind viele aktuelle Informationen für alle Interessenten einzusehen.

Der "Antrag auf Gewährung von Zuwendungen im Vertragsnaturschutz" ist im Ressort 70.2 des Fachdienstes Umwelt einzureichen. Benötigt werden außerdem das aktuelle Flächenverzeichnis der Landwirtschaftskammer sowie das dazugehörige Luftbild.

Grundantrag:

Antrag auf Gewährung von Zuwendungen im Vertragsnaturschutz für den Förderzeitraum 01.01.2018 bis 31.12.2023

Einzelflächenauflistung zum Grundantrag 2017

Einzelflächenauflistung (Fortsetzung)

 

 

Baumfällungen

Bäume sind in vielerlei Hinsicht von Bedeutung für uns Menschen. Auch und besonders außerhalb des Waldes und in der freien Landschaft haben sie wichtige Funktionen z.B. als Landschaftsprägende Elemente, als Lebensraum für Tiere, als Luftfilter und Sauerstoffspender und als Windschutzelemente.

Daher ist es in allen Schutzgebieten des Kreises generell verboten, außerhalb des Waldes gelegene Einzelbäume, Baumreihen oder Baumgruppen zu beschädigen oder in anderer Weise in ihrem Wachstum zu gefährden. Dies gilt im Außenbereich für alle Landschaftsschutzgebiete, Naturschutzgebiete und geschützte Landschaftsbestandteile.

Auf Antrag kann die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Recklinghausen unter bestimmten Voraussetzungen eine Befreiung von dem Verbot innerhalb der Schutzgebiete erteilen. Außerdem sind unabhängig von Schutzgebietsgrenzen die Vorschriften des Artenschutzes zu beachten.

Bei Maßnahmen, die zur Abwendung von Gefahren für die öffentliche Sicherheit und/oder Ordnung oder zur Beseitigung eines Notstands unmittelbar erforderlich sind, ist die Untere Naturschutzbehörde zu unterrichten.

  Im bebauten Innenbereich sind die Städte eigenverantwortlich zuständig, hier greifen häufig auch kommunale Baumschutzsatzungen.

Antrag auf Baumfällung im Kreis Recklinghausen

Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen

Pflege und EntwicklungsmaßnahmeDer Kreis Recklinghausen schützt, betreut und pflegt die Naturschutzgebiete, Landschaftsschutzgebiete, Naturdenkmale, und geschützten Landschaftsbestandteile sowie die nach dem Naturschutzgesetz geschützten Biotope.

Jedem dieser besonders geschützten Teile von Natur und Landschaft ist jeweils ein Schutzzweck und ein oder mehrere Entwicklungsziele zugeordnet.

Um die nachhaltige Entwicklung und die Erhaltung der Gebiete sicherzustellen werden von dem Ressort 70.2 als Unterer Naturschutzbehörde die Ziele koordiniert und die notwendigen Schutz und Pflegemaßnahmen geplant und durchgeführt.

Ein Schwerpunkt unserer Arbeit ist z.B. der Erhalt alter Kulturlandschaften. Diese Landschaftstypen bilden, da sie nicht so intensiv landwirtschaftlich genutzt werden, oft einen Lebensraum für viele wertvolle Tier- und Pflanzenarten.

So sind insbesondere Heiden, Sandtrockenrasen, feuchte und insbesondere magere Wiesen und Weiden aber auch Weg- oder Ackerraine, Streuobstbestände, Hecken und Wallhecken von besonderer Bedeutung für die Vielfalt und den Artenreichtum einer Landschaft.

Die moderne Maschinennutzung und Intensivierung der Landwirtschaft, insbesondere die Veränderungen in der traditionellen Landbewirtschaftung, gefährden diese Rückzugsräume. Ohne einen Schutz und ohne kontinuierliche Pflege würden zudem viele Gebiete ihre Strukturvielfalt einbüßen und zu artenarmen "Standardlandschaften" verkommen. Gerade die Strukturvielfalt, die Fülle von unterschiedlichen Lebensräumen in der Landschaft garantieren aber eine hohe Anzahl seltener, schützenswerter und gefährdeter Pflanzen- und Tierarten, die mit ihren sehr speziellen Ansprüchen sehr spezielle Lebensgemeinschaften bilden. Diese hohe Anzahl von unterschiedlichen Arten ist wünschenswert und wird unter dem wissenschaftlichen Begriff „Biodiversität“ zusammengefasst. Eine hohe Biodiversität ist in den allermeisten Bereichen und Flächen Ziel der pflegenden und gestaltenden Maßnahmen die der Kreis Recklinghausen ergreift.

Nachfolgend seien nun einige Beispiele für sinnige Pflege und Gestaltungs - Regenerationsmaßnahmen beschrieben die in Schutzgebieten des Kreises von Fachdienst Umwelt in Angriff genommen wurden.

Westruper Heide auf neuen Wegen

Neophytenbekämpfung

NSG Die Burg - Wiederherstellung eines alten Gewässerabschnittes am Grenzgraben

Anbindung von Altmäandern am Grenzgraben und Verlegung des Burggraben

 

Gesetzliches Vorkaufsrecht

Seit 25.11.2016 ist das Landesnaturschutzgesetz NRW (LNG NRW) rechtskräftig.
Dieses Gesetz regelt das Vorkaufsrecht neu.

Bisher wurde das Vorkaufsrecht vom Träger der Landschaftsplanung, bei den Kreisen und kreisfreien Städten, ausgeübt.

Nach dem Landesnaturschutzgesetz NRW (LNG NRW) wird das Vorkaufsrecht zukünftig durch die höhere Naturschutzbehörde bei der Bezirksregierung, für den Kreis Recklinghausen von der Bez.Reg. Münster, ausgeübt.

Bitte senden Sie alle relevanten Verträge von Grundstücksverkäufen, die nach dem 25.11.2016 erstellt wurden, an die :

Bezirksregierung Münster
Dezernat 51
Nevinghoff 22

48147 Münster

Ein Wolf im Kreis Recklinghausen?

Im April 2016 gab es die ersten Berichte über Wolfsichtungen im Kreis Recklinghausen, die auch durch die Presse gingen.

Die Beobachtungen wurden von Naturfreunden gemeldet, die zum Teil auch Fotos von den Tieren machen konnten. Leider sind die Fotos nicht aussagekräftig genug, um die Anwesenheit eines Wolfes zweifelsfrei bestätigen oder auch dementieren zu können. Weitere Nachweise, wie Spuren, Haare oder Kot, die auch eine genetische Bestimmung möglich machen würden, konnten bisher nicht gefunden werden, so dass es sich bei den Sichtungen auch um wolfsähnliche Hunde handeln kann.

(Foto: Katharina Granzow, © Nina Granzow Photography)

Allerdings gibt es in der jüngsten Vergangenheit bestätigte Wolfsmeldungen im Münsterland, so zuletzt am 23.04. im Kreis Steinfurt. Da es sich bei diesem Wolf offenbar um einen jungen Einzelwolf auf Wanderschaft handelt, ist ein Durchzug durch das nördliche Kreisgebiet nicht unmöglich.

Der Wolf in Deutschland und in NRW

Im Jahr 2000 wurde in der Lausitz die erste Wolfsfamilie in Deutschland seit dem Ende des 18. Jahrhunderts nachgewiesen. Seitdem erobern die Wölfe auch weitere Teile Deutschlands und im Jahr 2011 etablierte sich das erste Wolfspaar in Westdeutschland auf einem Truppenübungsplatz in Niedersachsen.

In NRW war es lange Zeit ruhig um den Wolf. Zwar gab und gibt es immer wieder Meldungen von Wolfsbeobachtungen, meist handelt es sich dabei aber um Verwechslungen mit wolfsähnlichen Hunden. Dennoch ist NRW Wolfserwartungsland und inzwischen gibt es folgende, bestätigte und dokumentierte Nachweise von Einzelwölfen.

• Der erste Wolf in NRW konnte 2009 an der Grenze zum hessischen Reinhardswald nachgewiesen werden.

• Der zweite Wolfsnachweis gelang erst Ende 2014 im Kreis Minden/Lübbecke, wo ein Wolf ein Schaf riss, danach jedoch nicht wieder auftauchte.

• Der dritte Wolfsnachweis erfolgte dann wenige Wochen später im Januar 2015 durch eine Wildkamera in der Nähe von Siegen.

• Am 27. März 2016 konnte ein Wolf im Kreis Lippe anhand eines Videos bestätigt werden, dieser Wolf wurde für den Riss von 3 Zwergziegen verantwortlich gemacht. Derselbe Wolf konnte nun per DNA Nachweis für den Riss von 3 Schafen im Kreis Warendorf am 05.04 verantwortlich gemacht werden.

• Die Analyse ergab auch, dass es sich um einen Jungwolf aus einem Rudel in Niedersachsen handelt.

• Am 30. März verursachte ein Wolf einen Verkehrsunfall im Kreis Paderborn (anhand von Haaren konnte eine DNA Analyse einen Wolf bestätigen)

• Und am 03. April 2016 konnte im Kreis Gütersloh ein Wolf durch Bild- und Videoaufnahmen nachgewiesen werden.

• Die letzte bestätigte Wolfsmeldung stammt aus dem Kreis Steinfurt, wo am 23. April ein Jungwolf gesehen und fotografiert wurde.

Ist der Wolf für den Menschen eine Gefahr?

Die Rückkehr des Wolfes stellt für eine dicht besiedelte Region wie Nordrhein-Westfalen auch eine Herausforderung dar, denn die Menschen müssen nach mehr als einem Jahrhundert wieder lernen, mit dem Wolf zu leben. Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz hat aus diesem Grund zusammen mit betroffenen Verbänden und Behörden einen Wolfsmanagementplan für das Auftauchen einzelner Wölfe erarbeitet. Dieser regelt auch das Vorgehen bei Wolfsbeobachtung und gibt die weiteren handlungsschritte vor.

Unter anderem ist vorgesehen, dass es für jede Region einen Wolfsberater gibt, der Landwirte, Bürger und Jäger berät, Wolfsichtungen und Hinweise auf den Wolf (Losung, Spuren, Risse, etc.) entgegen nimmt, prüft und an das LANUV weiter leitet. Wenn möglich werden DNA Proben genommen, die im Labor eine eindeutige Bestimmung ermöglichen.

Aber auch für den Fall, dass ein Wolf ein untypisches oder problematisches Verhalten zeigt, sind Handlungsschritte vorgesehen. Die Sicherheit des Menschen steht an erster Stelle und sollte diese gefährdet sein, kann ein Wolf in letzter Konsequenz der Natur entnommen werden.

Die Erfahrungen der letzten 15 Jahre, in denen sich der Wolf in Deutschland wieder etabliert hat, zeigen, dass der Wolf den Menschen meidet und es daher überaus selten ist, dass Spaziergängerinnen einen Wolf überhaupt zu Gesicht bekommen. Sobald der Wolf den Menschen bemerkt, zieht er sich in der Regel zurück.

Doch auch wenn die Wahrscheinlichkeit gering ist, so ist es jedoch auch nicht unmöglich, dass ein Wolf, der sich in unserer dicht besiedelten Kulturlandschaft bewegt, von Menschen gesehen wird und ihren Weg kreuzt.

Wie verhalte ich mich, wenn ich einem Wolf begegne?

• Bleiben Sie stehen, versuchen Sie nicht wegzulaufen

• Versuchen Sie nicht, sich dem Wolf zu nähern, ihn anzufassen oder zu füttern

• Vergrößern sie den Abstand, indem Sie sich langsam zurückziehen.

• Man kann einen Wolf vertreiben, indem man ihn laut anspricht, in die Hände klatscht und mit den Armen winkt.

• Hunde sollten angeleint und nah beim Hundehalter bleiben.

• Melden Sie die Sichtung eines Wolfes direkt den zuständigen Behörden.

• Da es für den Kreis Recklinghausen noch keinen offiziellen Wolfsberater gibt, bitten wir Sie eventuelle Beobachtungen an den Kreis Recklinghausen, Frau Mathes (Dipl.Ing. FH Forstwirtschaft) unter: 02361 53 6014 oder per e-mail an: ulrike.mathes@kreis-re.de zu melden.

Außerhalb der Geschäftszeiten und am Wochenende können Wolfsichtungen rund um die Uhr bei der Nachrichtenbereitschaftszentrale des LANUV unter 0201-714488 gemeldet werden.

Dürfen Wölfe gejagt werden?

Nein, ein gesunder, wilder Wolf darf weder gejagt, getötet oder gefangen werden, er steht in der gesamten EU unter strengem Schutz. Bei Missachtung drohen hohe Geld oder sogar Haftstrafen.